Sing Sang

Dienstag, 3.April
Heute haben wir, abgesehen vom täglichen Tagesablauf als Vorbereitung auf den erwarteten Besuch des Department of Crops, des Ministry of Youth, Sports, Culture and Empowerment, Chief of Disana, der Bürgermeister des Distrikts Disana, in dem wir hier leben etc. am folgenden Tag, mit den afrikanischen Jugendlichen gesungen. Dieser kulturelle Austausch hat mir sehr viel Freude bereitet, da es, wie in meinen Vorstellungen aus Filmen oder dem Musical König der Löwen, sehr große Unterschiede zwischen dem Singen in Deutschland und dem Singen in Botswana gibt. Die afrikanischen Jugendlichen haben durch ihre fließenden, zur Musik abgestimmten Bewegungen in ihren Stimmen und im Tanz, ihrer Freude an der Musik und ihre eigene afrikanische Art mehrstimmigen A-Capella zu singen uns sofort in den Bann gezogen und sehr beeindruckt. Anders als in Deutschland wo wir eher alle zusammen gleichzeitig drauf los singen und Bewegungen zur Musik auch eher eine Besonderheit sind ist es hier in Afrika eine Normalität die Musik mit dem ganzen Körper zu leben. Die Lieder, welche uns die afrikanischen Jugendlichen vorgetragen haben, beinhalten außerdem in fast allen Fällen einen gläubigen Hintergrund. Das erste Lied hieß z.B. „Imanuel“ in dem es darum geht, dass Gott immer bei dir ist und seine schützende Hand über dir hält. Des weiteren haben wir „Thonolofatsa“ gesungen was so viel heißt wie „gesegnet sein“. Im Gegensatz dazu haben wir deutschen Jugendlichen Lieder wie „99 Luftballons“ oder „Alle die mit uns auf Kaperfahrt fahren“ zu den Musik-Sessions beigetragen, welche lediglich nach dem Befinden ausgewählt wurden.

Mein Fazit für heute:
Hier in Botswana hat das Singen und vor allem das Singen mit gläubigem Hintergrund einen viel höheren Stellenwert für jede Generation als bei uns in Deutschland.

Mein Highlight des Tages:
Die Stimme von einer der Teilnehmerinnen!
Abgesehen davon ist es mein tägliches Highlight hier in Botswana/Afrika sein zu dürfen und das Leben und vor allem die Traditionen kennenlernen zu dürfen.

Henrike

Ab in den Busch

Donnerstag 05.04

Heute Morgen hat es seit langem mal wieder geregnet, wenn es regnet müssen natürlich alle Netzfenster geschloßen sein. Dadurch das unsere Zelte dunkel grün sind und absolut nichts durchscheint ist es an einem solchen Morgenden absolut finster im Zelt. Das macht das frühe Aufstehen wesentlich schwieriger.

Aufgrund des Regens haben wir heute nicht auf dem Feld gearbeitet.

Stattdessen war zunächst erst einmal Freizeit und einige haben zusammen musiziert und gesungen.

Heute wurden Steine und Sand für die Fundamente der Zeltplätze geliefert. Die meisten sind fertig, aber vier konnten vor unserer Ankunft wegen der heftigen Regenzeit nicht fertig mehr gestellt werden. Also war heute das Befüllen mit Steinen und Sand angesagt. Das war sehr anstrengend, auch wenn es heute nicht so heiß war, wie an den Tagen zuvor.

Einige der jungen Männer haben ihre Liebe zum Holzfällen entdeckt. Es mussten Bäume entfernt werden, um Platz für den LKW mit dem Liefergut zu schaffen.

Heute ist schon leichte Aufregung und der erste Pack Stress zu spüren, morgen werden wir im wahrsten Sinne des Wortes unsere Zelte abbrechen und nach Kaziikini in den Busch fahren.

Wir kommen erst am Sonntag wieder, vermutlich werden wir kein Internet haben und keine Berichte senden können.

Jenny

Harte Kerle mal ganz bunt

Buntes Treiben im Essbereich…

Schwarz, weiß und natürlich auch hellblau… ja, aus diesen Farben besteht die Nationalflagge von Botswana. Grün, gelb, rot und viele Farben mehr stehen auf den langen Tischen. Darum versammelt wiederum alt und jung, von ca. 5 Jahren bis wohl über 60 hinaus. Alle schwer beschäftigt. Einige haben hochrote Köpfe, die selbst die schwarze Hautfarbe nicht verbergen kann. Bei uns Deutschen ist dafür aber nicht die Sonne verantwortlich: 30 Eier sollen ausgeblasen werden… wie in unserer Kindheit.

Lange nicht mehr gemacht, doch bei einigen von uns wird dieser Brauch schon noch praktiziert.

Das bunte Treiben lockt einen großen Teil der Teilnehmer*innen an, vor allem auch die botswanischen, die das noch nie gemacht, ja nicht einmal gesehen haben, an. Bunte Eier sind hier kein Thema, kennt man nur aus dem Fernsehen.

Hohe Konzentration ist angesagt!

Nach einiger Zeit schaue ich mir die ersten Ergebnisse unser botswanischen Freunde an. Unglaublich!!! So filigrane Kunstwerke habe ich noch nie gesehen. Mit viel Fingerspitzengefühl und hoch konzentriert entstehen wahre Kunstwerke. Formen und Farbkombinationen, welche der traditionellen Kunst in Botswana ähnlich sind, ein Zebra, aber auch die botswanische sowie deutsche Fahne und vieles mehr. Besonders nett anzusehen dabei war, dass die großen Jungs sich an der von Diana initiierten Aktion beteiligt und ihren Spaß dabei hatten, von den Mädchen ganz zu schweigen.

Selbst einige Gäste auf Thari E Ntsho konnten sich der Aktion nicht entziehen und machten mit. Zum Ende hin hielten zwei kleine Jungs ihre Kunstwerke auf einem Stiel zum Trocknen fixiert stolz in der Hand und fuhren auf dem offenen Jeep mit ihren Eltern davon.

Bonty bat uns die Eier dauerhaft im Essbereich für alle Thari E Ntsho-Gäste sichtbar aufzuhängen. Sie war davon nämlich total begeistert.

Vielen Dank Diana, für diese tolle Idee!

Torsten

Hippo Easter

Ostermontag, 02.04.2018

Heute haben wir unseren botswanischen Alltag gelebt, außergewöhnlich waren die Osteraktion (Bericht folgt) und das Hippo

Abends kam ein botswanischer Jugendlicher an den Essensplatz und rief: „A Hippo, do you want to see a Hippo?“ Alle die vor Ort waren, liefen mit zum Fluss, um das Hippo (Flusspferd) zu sehen. Wir waren wirklich aufgeregt. Am Fluss mussten wir ganz leise sein, wir konnten aber nur dessen Ohren und die großen Nasenlöcher sehen. Es schwamm in einiger Entfernung vorbei.  Eigentlich haben wir nur einen großen Kopf im Wasser erahnen können, da  es nur große Wellen geschlagen hat. Womöglich waren es zwei, sagten die botswanischen Jugendlichen. Aber wir haben immer nur eins zum Luftholen gesehen. Wir haben gehört, dass ein Nilpferd 15 Minuten unter Wasser bleiben kann. Es war für uns trotzdem sehr spannend ein so exotisches Wildtier in seinen natürlichem Lebensraum zu erlen.

Lg Jenny

Ostern

Wir hatten die Wahl, ob wir mit in die Kirche wollen oder nicht. Alle die sich entschieden haben, mussten früher beim Frühstück sein. Kurz darauf ging es dann in die Kirche (es war eine katholische Kirche). Als wir dort ankamen, ging es auch schon los. Wir hatten gehört, dass Ostern in Botswana anders gefeiert wird, als bei uns. Es wurde viel gesungen, gebetet und einige wiegten ihre Körper im Tackt der Gesänge hin und her. Am Ende des Gottesdienstes bedankte sich der Pastor bei allen, welche am Gottesdienst teilgenommen haben. Wie schon auf der Hochzeit wurden wir erneut aufgerufen, vor den Anwesenden erwähnt und vom Pastor gebeten aufstehen, also es war mega herzlich. Im Großen und Ganzen war es lebhaft und interessant. Nach dem Gottesdienst standen wir noch vor der Kirche und jeder hat uns nett begrüßt.

Als wir wieder im Camp angekommen waren, hatten wir den ganzen Tag frei und haben uns gesonnt, gegessen und oder einfach nur gechillt.
Am Abend sind wir in die Backpacker Bar, die einige Kilometer vom Camp entfernt ist, gefahren. Dort war es sehr schön, wie in Filmen oder Büchern. Eine offene Bar, direkt an dem Fluss (Thamalakane), der Maun teilt. Im Backpackers haben wir etwas getrunken, die Umgebung erkundet und natürlich auch Fotos gemacht. Was ich erfahren haben ist,dass eine Brücke in der Nähe eine lange Zeit die einzige Verbindung beider Teile von Maun war. Diese Brücke ist sehr alt und wurde schon lange Zeit vor Ankunft der Briten errichtet und ist ein wichtiges nationales Monument.
Als wir den Abend alle so genossen haben, sind wir zurück ins Camp gefahren und haben erst sehr spät Abendbrot gegessen. Danach haben wir den Abend entspannt ausklingen lassen, in einer gemütlichen Runde. Allgemein war es ein sehr spannender, gemütlicher und schöner Tag.

Vini

Hochzeit mit Pick up

Samstag der 31.03.2018

Der Tag begann für mich mit einem leckeren Frühstück aus Cornflakes und Brot, dazu einen schwarzen Kaffee, und der Tag konnte beginnen. Nach dem Frühstück fing ich an eine Einkaufsliste für uns zu erstellen, mit benötigten Vorräten wie z.b. Wasser.
Zeitig ging es dann auch zum Water Shop. Zurück im Camp Thari-E-Ntso war unser Nachmittags Plan klar, wir würden zu einer Hochzeit gehen. Das Hochzeitsgelände war offen und bestand aus Stühlen und Tischen auf einer Wiese, welche nur teilweise weiß waren. Nicht alle von uns konnten sitzen, aufgrund unser großen Anzahl. In der Mitte der Wiese war ein Spalier aus kleinen Holzstämmen, auf jeder dieser kleinen Holzstämme stand eine Vase, gefüllt mit roten und weißen Rosen. Dieses Spalier endete ca. fünf Meter vor einem Podest, auf dem vier Stühle standen. Links und rechts etwas kleinere für die Trauzeugen, in der Mitte zwei thronartige für das Brautpaar. Als die Hochzeit anfing wurden Braut und Bräutigam oder wie es in Setswana (die Landessprache) heißt Monyadiwa und Monyadi von ihren Eltern vor die Stühle entlang des Spaliers geleitet. Dort fingen die frischgebackenen Eheleute dann auch an kurz zu tanzen. Es dauerte nicht lange, dass begonnen wurde, alle Anwesende kurz vorzustellen. Selbst wir als Gruppe wurden vorgestellt, die Betreuer sogar namentlich.
Nach einigen Reden wurde das Buffet eröffnet und das Essen konnte beginnen. Es gab Ochsenschwanz, welcher sehr lecker war. Als das Buffet geschlossen wurde, wurde noch ausgiebig und ausgelassen getanzt und gefeiert. Für mich war das Ganze sehr ungewöhnlich, weil während der Reden Leute von ihren Plätzen aufgestanden sind, am Handy saßen oder einfach nicht zuhörten. Selbst der Monyadi (Bräutigam) stand währenddessen auf und unterhielt sich mit einem der Anwesenden.
Mein persönliches Tageshighlight war eine Autofahrt auf der Ladefläche eines Pick-up. Diese war besonders aufregend, weil dir der Fahrtwind ins Gesicht peitscht, dazu eine fantastische Aussicht auf die Landschaft von Botsuana, war dieses Erlebnis ein absolutes Highlight.

Leon R.

Ein stacheliger Anfang!

Und wieder beginnt ein neuer Tag in Botswana. Trotz der vorgeschrittenen Stunden ist noch nicht viel los. Das Gelände von Thai E Ntsho begrüßt mich mit dem, für mich sehr positiv ansprechenden, Charme einer etwas in die Jahre gekommenen Kleingartensiedlung gemischt mit einer Künstlerkolonie und einem Buschcamp. Die meisten Leute sind noch in ihren Zelten, das Frühstück noch nicht fertig und das Wetter ist nicht so wie man es für Afrika erwartet, denn es regnet. Für schlechtes Wetter hätte ich auch zuhause bleiben können.
Nach ca. 2 Stunden Verspätung haben wir zum ersten mal das Feld gesehen auf dem das Gewächshaus errichtet werden soll. Durch den Regen, der inzwischen aufgehört hat, ist der Boden sehr weich, was sehr hilfreich bei unserer Aufgabe ist. Alles an Gewächsen, Gestrüpp, Gras und Büschen muss entfernt werden. Bei über 20 Arbeitern sollte das kein großes Problem sein, doch machte die afrikanische Vegetation ein schnelles Vorankommen schwierig. Vor allem die sehr dornigen Büsche sind eine Herausforderung. Schnell waren meine Hände und Arme voller Kratzer, Schrammen und abgebrochenen Stacheln. Für manch einen Neuankömmling hielt dieses Feld so manche Überraschung bereit und schnell wurde jeder neu entdeckte Käfern oder Raupe zur Sensation. Gegen Mittag wurde das Arbeiten vorerst eingestellt, gefühlt das erste mal das ein Termin pünktlich eingehalten wurde.
Die Mittagszeit war eine Mischung aus Diskussionen, essen, reden, planen, Vorschläge sammeln, usw. Das Essen war mein persönliches Highlight was, wie immer bis jetzt in Botswana super lecker war. Geplant war um 16:00, nach der Mittagshitze, auf dem Feld weiter zu arbeiten, doch auch dieser Termin verpätete sich. Mich mag das vielleicht etwas stören doch der Großteil der Anderen, Gäste wie Einheimischen, nicht wirklich. Oft hat es den Anschein es gibt eine stille Übereinkunft bei solchen Sachen. Ein gutes Beispiel ist das konsequente ignorieren des Handyverbots auf dem Gelände welches anscheinend von allen, egal ob einheimisch oder Gast , Teilnehmer oder Betreuer, missachtet wird, ohne dass jemals groß darüber gesprochen worden ist.
Bei der Arbeitsmoral hingegen waren am Nachmittag erste Unterschiede zu erkennen. Mit der Zeit wurden die Pausen einiger immer länger und länger bis die Arbeit teilweise komplett eingestellt wurde. Denen entgegen standen einige wenige, die bis zum Schluss trotz der großen Hitze durchgehalten haben.
Nach dem Abendessen gingen wir zum gemütlichen Teil des Tages über. Schnell bildeten sich Gruppen die sich hauptsächlich durch das Alter unterschieden. Berührungsängste der Teilnehmer gab dabei kaum. Für mich hielt der Abend noch ein paar Überraschungen bereit. Nachdem ich während des Tages schon diverse Insektenstiche und kleinere Wunden versorgt hatte wurden meine medizinischen Dienste erneut benötigt. Dunkelheit, Glasscherben und Dornenbüsche sind keine gute Kombination. Nach diesen kleinen medizinischen Einsätzen, es war inzwischen kurz nach 24:00 Uhr, hab ich es ins Bett geschafft um schnell und gut einzuschlafen.

R.

Das Thari E Ntsho Gelände

MDas riesige Anwesen von Bonty ist sehr beeindruckend. Hier stehen einige größere sowie kleinere Häuser bzw. Häuschen und mit Blech oder Stroh überdachte Holzkonstruktionen. Bontys Haus ist das größte.

Die botswanischen Jugendlichen haben für unser Projekt ein Gelände vorbereitet, auf denen mit Steinen ummauerten erhöhten Plattformen die Zelte für die Teilnehmer*innen errichtet wurden. Einige davon befanden sich noch im Bau, waren aber am zweiten Tag nach unserer Ankunft weitgehend fertiggestellt, denn die intensive Regenzeit, welche im März oder April endet und fehlendes Material (Füllboden), hat zu dem Verzug in der Fertigstellung geführt.
In der Mitte des Zeltbereichs gibt es einen Sitzkreis für die Zusammenkünften der Gruppe. Als Sitze dienen hier zwei aufeinander geschraubte und bemalte Autoreifen, in deren Mitte ein stramm gespanntes Bandgeflecht das Sitzen sehr angenehm macht. Diese bunten Sitze und Sessel, teilweise sogar mit Rückenlehne, finden sich überall auf dem Gelände.
Ein anderer großer Bereich ist die Bühne für verschiedene Vorführungen, insbesondere für die Theater- und Tanzgruppen von Thari E Ntsho.

Die lokalen Jugendlichen haben mehrere, mit einfachen Mitteln voll funktionsfähige nach Geschlechtern getrennte Toiletten und Duschen errichtet. In den Duschen hängen Wassersäcke, die von oben mit temperiertem Wasser befüllt werden können, darunter der Duschkopf. Das Wasser wird separat auf offenem Feuer in einem großen Metallbottich von unten erhitzt und hält die Temperatur aufgrund des warmen Klimas ewig lange. Ist sie zu hoch, wird einfach kaltes Wasser aus dem Tiefbrunnen in die Wassersäcke oder den Bottich hinzu gefügt.
Für die Toiletten wurde ein tiefes Loch gegraben und ein nach unten hin völlig offenes Klosett darüber gestellt. Alles einfach, aber erstaunlich gut funktionierend. Auch in Deutschland gab es diese Plumpsklos lange Zeit. Ich kenne das Prinzip noch von meiner Großmutter, allerdings war der Eimer regelmäßig zu entleeren. Das war nicht angenehm! Die Toiletten hier funktionieren anders: hat das Loch eine bestimmte „Füllhöhe“ erreicht, wird es zugeschüttet und ein neues gegraben und das Klosett versetzt. Was erstaunlich ist, es geht kaum eine Geruchsbelästigung davon aus. Nach jedem Toilettengang wird Asche darüber gestreut, die in einem Camp durch Lagerfeuer reichlich anfällt und die den Geruch trotz der hohen Temperaturen hier sehr gut zu binden scheint. Die Asche ist bei dem anschließenden Kompostierungsprozess hilfreich. Genial einfach, einfach genial!

Es gibt einen großen offenen überdachten Essensbereich mit Metalltischen und aus mit Palettenbrettern selbst gezimmerten und konstruierten Holzbänken. Nicht zu vergessen: es gibt hier reichlich Termiten, die liebend gerne alles Holz zerfressen.
Zur Outdoor-Küche gibt es nicht viel zu sagen. Zum Betrieb des Gasherds gibt es eine große Gasflasche, es gibt ein Waschbecken mit fließendem Wasser.

Das Gelände wird überwiegend mit einfachen Solarlampen beleuchtet, die oft noch am Morgen brennen.
Aus einem der Länge nach mittig halbiertem alten Ölfass wurden zwei große Grills gebaut. Als Grillrost wird ein Kompostierrost benutzt.

Mich beeindruckt die schlichte, aber funktionelle Einfachheit, die Kreativität, die Wiederverwertung von Materialien sehr… es geht also auch anders! Das Camp entspricht damit den Standards der Camps in den Nationalparks.

Torsten

Aufwachen

Die erste Nacht habe ich erstaunlich gut geschlafen, könnte daran liegen, dass ich 48 Stunden kein Auge zu bekommen habe.
Morgens im Halbschlaf hab ich mich gefragt, ob ich wirklich in Botswana bin. Dann registrierte ich die exotischen Geräusche und mir wurde klar, ich bin in Botswana! Mitten im Busch.
Wir haben uns dann alle zum ersten Frühstück, leicht verspätet getroffen. Es gab Cornflakes, Müsli, Toast, Erdnuss-Butter und Marmelade. Dabei haben wir geplant, mit den botswanischen Jugendlichen in die Stadt zu fahren.
Lothar und Peter mussten in die Nähe des Flughafens und waren bereit, drei von den Teilnehmer*innen in die Stadt mit zu nehmen, worauf ich mich sofort meldete, außerdem ein botswanischer Jugendlicher und ein Mädchen aus unserer Gruppe. Vom Flughafen dann zu Fuß zur Old Mall (ein Einkaufszentrum). Da ich die starke Sonne nicht gewohnt bin, musste ich mich erst einmal im Schatten ausruhen, wo dann auf plötzlich der weiße Pickup von Bonty, die Leiterin der Botswaner*innen, auf der Straße auftauchte, in dem die anderen auf der Ladefläche saßen. Wie schön, dass hier keine DEUTSCHEN GESETZE gelten! Ich habe denen hinterher geschrien, dass wir hier sind, worauf sie dann angehalten sind. Danach haben wir gemeinsam die Einkaufsläden erkundet und leckere Smoothies getrunken.
Dann sind wir zu einem Taxi gegangen. Es war ein weißer älterer Kleinbus mit zwei jungen Botswanern, die uns dann zum Museum gebracht haben.
Das haben wir uns alles angesehen und sind anschließend mit dem Taxi wieder zurück ins Camp.
Dort haben wir uns am Lagerfeuerplatz getroffen. Zwei Frauen sind gekommen. Eine kam aus Denver/ Colorado und die andere aus Kadzikini (Wildpark) und haben uns sehr anschaulich erklärt, wie wichtig die Geier für das Ökosystem sind. Beide arbeiten im Wildlife Bildungsbereich. Danach gab Bonty uns die Aufgabe, zum Ende der drei Projektwochen eine Performance aufzuführen wenn die Chiefs von Maun und wahrscheinlich sogar die Bildungsministerin von Botswana nach Thari E Ntsho kommen. Dafür wurden wir in Gruppen unterteilt, die sich nach den Kompetenzen der Teilnehmer*innen richten (Musik, Tanz, englische Sprachkenntnis, Gedichte etc.), ich bin in der Tanzgruppe.
Zum Abendbrot haben wir von Bonty ein Buch bekommen, dass sie selbst geschrieben hat. Es steckte in einem Cover, welches aus bunten Stoffen und Pappe selbst hergestellt war. Inhalt ist die Geschichte und Kultur von Botswana.
Zum Ende haben wir den Abend gemeinsam am Lagerfeuer ausklingen lassen.

J.

PS: Die Internetverbindung ist noch nicht Konstanz möglich, Fotos folgen.
Regelmäßige Blogbeiträge folgen ebenfalls!
LG Jenny

Die Ankunft

Ankunft in Maun/Thari E Ntso

Unsere Reise ging weiter, indem wir mit dem Shuttlebus zu unserem Flugzeug gebracht wurden und vor diesem für eine gefüllte halbe Stunde warten mussten in der Wärme, da unser Flugzeug in einem sehr entspannten Tempo für uns vorbereitet wurde. Das Flugzeug von Johannesburg nach Maun sollte normalerweise um 11:45Uhr starten, aber da hier in Afrika die Uhr etwas anders tickt und zwei Passagiere gefehlt haben, hat sich alles um ca. 45min verschoben und dadurch stieg unsere Anspannung, endlich in Maun anzukommen.

Als wir am Flughafen von Maun angekommen und aus dem Flugzeug gestiegen sind, standen wir auf dem Flugplatz, wo es unglaublich hell ()und schön warm war und die Landschaft rundherum wie gemalt aus sah. Der Flughafen war nicht so, wie man sich eigentlich einen Flughafen vorstellt, er war das komplette Gegenteil zu dem, was wir auf den vorherigen Flughäfen gesehen haben. Nachdem einchecken und der „Kontrolle“ wurden wir von unseren Kooperationspartner und Betreuer der Botswana Jugendlichen sehr freundlich empfangen.

Bevor wir in unser Camp fahren konnten, mussten wir einen Plan erstellen, wie unser Ankunftstag verlaufen soll. Einen richtigen gab es aber leider nicht bzw. er wurde direkt wieder über den Haufen geworfen. Das war eine sehr unstrukturierte Ankunft für unsere deutsche Gruppe.

Zunächst musste Bargeld in einer Wechselstube besorgt werden. Anschließend sind wir in drei Fahrzeugen zeitversetzt zu einem Handyshop gefahren, um uns die Simkarten zu kaufen. Das führte zu Chaos, da sich dies alles an den zwei unterschiedlichen Orten zeitlich unglaublich lange hinzog und die Fahrzeuge sich für den eigentlichen Transfer zum Camp trennten. Im Camp angekommen kriegten wir schon nach kurzer Zeit einen Anruf: es waren gar nicht alle mitgekommen. Zwei von uns zwei wurden in dem hin und her schlichtweg übersehen. Aber nach einer Zeit wurden sie wieder eingesammelt und ins Camp gebracht, ohne dass etwas gravierendes passiert war.

Als wir im Camp angekommen sind, wurde ich sehr herzlich mit einer Umarmung begrüßt und von allen empfangen und war wirklich glücklich endlich dort zu sein. Am Anfang wurden wir von einer Person aus der Botswana Gruppe herumgeführt und haben uns alles gemeinsam angesehen. Das größte Thema der Führung war für mich selbstverständlich die Toilettensituation. Auch wenn wir oft in Deutschland darüber gesprochen haben, ist es doch etwas ganz anderes als zu Hause und daran muss ich mich erstmal für einige Tage gewöhnen. Ich finde das Camp, in dem wir drei Wochen verbringen, wirklich schön und bin erstaunt, dass alles hier aus recycelte Gegenständen besteht, dass ist wirklich interessant und sehr nachhaltig.

Wie schon erwähnt ist das Zeitmanagement nicht unbedingt gegeben, daher bekamen wir unsere erste botswanische Mahlzeit sehr spät, sodass einige von uns die Zeit genutzt haben, die Duschen kennenzulernen, die die Jugendlichen extra für uns gebaut haben. Nachdem Essen gingen wir alle völlig erschöpft von der langen Reise zum Schlafen in ihre Zelte und somit endete unsere Anreise.

Kim