Ein Gewächshaus aufbauen auf botswanisch

Vorher…

Nachdem das Feld von den Dornengestrüpp und anderen Gewächsen befreit war, kamen wir zur eigentlichen Arbeit, das Aufstellen des Gewächshauses. Für die meisten von uns startet das mit einer Überraschung, da ein Gewächshaus in Botswana sich deutlichst von solchen unterscheidet, die wir in Deutschland gewohnt sind. Anstatt ein richtiges Gebäude mit möglichst viel Glaswänden und Decken besteht die botswanische Version hauptsächlich aus einen Netzgespann. Trotz des einfachen Erscheinungsbildes war das Errichten dieses „Gewächshauses“ mit erheblichen Aufwand verbunden.

Nach derRodung

Unter der Anleitung der Handwerker des „Department of Crops“ begangen wir mit einem handbetriebenen Erdbohrer 29 tiefe Löcher zu gegraben. Ein Gerät mit vier spitzen, länglichen Spaten, welches per Drehbewegung mittels Muskelkraft benutzt wird. Wir haben uns in Teams aufgeteilt, da wir nur zwei dieser Erdbohrer zu Verfügung hatten. So zog sich die Arbeit bis zum Mittag hin und wir waren dadurch gleichzeitig der sehr der starken Mittagshitze der botswanischen Sonne ausgesetzt. Die Löcher waren etwa 60 cm tief und vier Fäuste bereit. Die Tiefe wurde mittels eines Stocks gemessen.

Wir waren schneller fertig, als von uns erwartet, was dazu führte das die Arbeit erstmal eigestellt werden musste, da das Material für den nächsten Arbeitsschritt noch nicht vor Ort war. Nachdem am nächsten Tag das restliche Material angeliefert wurde konnte weiter gearbeitet werden. In die zuvor gebohrten Löcher wurden jetzt über drei Meter lange Pfosten eingesetzt.

Die Holzpfosten waren stark behandelt und hinterließen schwer zu entfernen Flecken auf Haut und Kleidung. Über diese Pfosten wurde folgend Draht gespannt und zu den Seiten auf dem Boden befestigt. Um diese ganze Konstruktion herum wurde abschließend ein Draht auf Bodenniveau entlang der Befestigungspunkte gespannt.

Nun war es an der Zeit sich um die Netze zu kümmern. Netze ausrollen, ausbreiten, über die Drähte werfen und befestigen waren vorbereitende Maßnahmen bevor wir zu dem zeitaufwändigsten Arbeitsschritt gekommen sind, das Nähen der Netze. Entlang der Drähte wurden die Netze mittels, aus einen kleinen Drahtstück gedrehten, Nadel und Faden fixiert und später auch untereinander verbunden. Zum Boden hin wurden die Netzte an dem umlaufenden Bodendraht befestigt, sodass sich dadurch ein durch Netzen umschlossener Raum bildete.

Allein das Befestigen/Nähen der Netze beanspruchte zwei Tage, sodass wir am letzten geplanten Arbeitstag mit der Grundkonstruktion fertig waren.
Ein Podest für den 5000 Liter fassenden Tank wurde mit insgesamt acht LKW-Reifen, von den je zwei aufeinandergesetzt wurden, errichtet. Um die Stabilität zu gewährleisten, wurden diese dann noch mit Bauschutt und Erde verfüllt.

Nun fehlen zur Inbetriebnahme dieses Gewächshauses nur noch ein Bewässerungsystem und die Endbearbeitung (das Umgraben) des Bodens, in dem jetzt vor der Tierwelt geschützten Feld. Dann kann es auch bald mit der Aussaat und dem Anbau der Pflanzen losgehen.

Geschafft!

R.

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