Besuch von fast ganz oben

Mittwoch der 04.04.2018

Der Tag begann eigentlich wie jeder andere mit harter Feldarbeit.

Nach dem Mittagessen „warfen wir uns in Schale“ und versammelten anschließend auf der Freilichtbühne. Vor diese Bühne standen viele Bänke und Stühle, die wir zuvor bereit gestellt hatten.. Die Stühle sind selbstgemacht und bestehen aus zwei zusammengeschraubten und bemalten Autoreifen, die zum Sitzen mit Seil bespannt sind. Es gab es ein Buffet bestehend aus Sandwiches, dazu Käse und „Kinderwurst“, ganierte Eier, zusammen mit Chips, „Fat Cakes“ (ähnlich wie Quarkbällchen) und Scones. Zudem gab es Cola, Kaffee und Tee.

Nach einer kleinen Wartezeit kamen dann auch die Ehrengäste: der District Commissioner of Ngamiland, zwei Leute des Gefängnises, zwei Leute der „Agrar Culture“, ein katholischer Priester, der Chief Matlhare (vergleichbar mit dem Bürgermeister), der Chief von Disaneng, die Mutter der Thari E Nsho-Besitzerin Bonty, sowie zwei Journalisten, einer von Radio Botswana und eine Frau von der Zeitung „The Nation“.

Als dann alle versammelt waren, stellten unsere MC, die „Master of cerimonial“, ein Mädchen von uns und einer der botswananischen Jugendlichen, alle wichtigen Redner vor. Zwischen diesen Vorstellungen präsentierte die Gruppe einen zuvor mit allen Teilnehmern gemeinsam einstudierten deutschen Song (Alle die mit uns auf Kaperfahrt fahren) und einen swetswanischen Song (Ga a ya Mathata). Nach all diesen Vorstellungen haben zwei andere Jugendliche der Gruppe in jeweils einer Rede ihre Hintergründe zu diesem Projekt vorgestellt, sowie was sie persönlich bis dahin für sich gewonnen haben.

Leon von der deutschen Seite hatte über seinen bisheriegen Werdegang in Deutschland gesprochen, der botswanische beschrieb, wie sich durch unsere Begegnung seine Meinung gegenüber weißen Menschen geändert hat. Lange hatte er Probleme und Sorgen und wollte eigentlich nur einmal Deutschland sehen, doch mittlerweile ist er sehr angetan von uns. Er erzählte, dass er für Weiße bislang eigentlich nur gearbeitet hatte und dies oft nur zu einem Hungerlohn. Für Ihn war es eine wunderbare und einprägende Erfahrung „das Weiße mit Ihm zusammen den Spaten in die Hand nehmen und ihm bei der Arbeit unterstützen. Sein Beitrag kam von Herzen und berührte sehr.

Nachdem die Reden der Jugendlichen und eine Rede des Department Comissioner zu Ende waren, sind fast alle zu dem Feld gegangen, um sich das Ergebnis unserer Arbeit anzugucken. Dannach war dann das Buffet eröffnet. Nach dem Buffet und lockeren Gesprächen sind die Gäste gegangen.
Aus meiner Perspektive war dies schon sehr ungewöhnlich, denn einige der Gäste wirkten während der Reden gelangweilt, schauten ständig auf ihr Handy. Sogar die Mutter von Bonty machte dabei keine Ausnahme, während ihre Tochter eine Rede hielt. Zudem war das Essen, zum Beispiel das Toast mit der Schinkenwurst und den Chips, in Verbindung mit Cola für Politiker in dieser Position, für mich eigentlich nicht vorstellbar! Könnt ihr euch Daniel Günther, den Ministerpräsidenten von Schleswig-Holstein, auf einem Sessel aus Reifen vorstellen? Wie er dabei Chips isst und Cola trinkt und Jugendlichen beim singen zuhört? Aus deutscher Sicht wohl kaum denkbar.
Alles im allen war der Tag trotzdem gut und ich möchte hoffen, dass Thari E Ntsho in Zukunft von offizieller Seite Unterstützung bekommt. In einer der Reden wurde die Wahl des am letzten Sonntag neu gewählten botswanischen Präsidenten erwähnt. Dieser möchte seine (reichen) Mitbürger dazu anregen, Projekte im Sinne „Hilfe zur Selbsthilfe“ zu initiieren und zu unterstützen, was in Thari E Ntsho nun wirklich stattfindet!

L. R.

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