Ein stacheliger Anfang!

Und wieder beginnt ein neuer Tag in Botswana. Trotz der vorgeschrittenen Stunden ist noch nicht viel los. Das Gelände von Thai E Ntsho begrüßt mich mit dem, für mich sehr positiv ansprechenden, Charme einer etwas in die Jahre gekommenen Kleingartensiedlung gemischt mit einer Künstlerkolonie und einem Buschcamp. Die meisten Leute sind noch in ihren Zelten, das Frühstück noch nicht fertig und das Wetter ist nicht so wie man es für Afrika erwartet, denn es regnet. Für schlechtes Wetter hätte ich auch zuhause bleiben können.
Nach ca. 2 Stunden Verspätung haben wir zum ersten mal das Feld gesehen auf dem das Gewächshaus errichtet werden soll. Durch den Regen, der inzwischen aufgehört hat, ist der Boden sehr weich, was sehr hilfreich bei unserer Aufgabe ist. Alles an Gewächsen, Gestrüpp, Gras und Büschen muss entfernt werden. Bei über 20 Arbeitern sollte das kein großes Problem sein, doch machte die afrikanische Vegetation ein schnelles Vorankommen schwierig. Vor allem die sehr dornigen Büsche sind eine Herausforderung. Schnell waren meine Hände und Arme voller Kratzer, Schrammen und abgebrochenen Stacheln. Für manch einen Neuankömmling hielt dieses Feld so manche Überraschung bereit und schnell wurde jeder neu entdeckte Käfern oder Raupe zur Sensation. Gegen Mittag wurde das Arbeiten vorerst eingestellt, gefühlt das erste mal das ein Termin pünktlich eingehalten wurde.
Die Mittagszeit war eine Mischung aus Diskussionen, essen, reden, planen, Vorschläge sammeln, usw. Das Essen war mein persönliches Highlight was, wie immer bis jetzt in Botswana super lecker war. Geplant war um 16:00, nach der Mittagshitze, auf dem Feld weiter zu arbeiten, doch auch dieser Termin verpätete sich. Mich mag das vielleicht etwas stören doch der Großteil der Anderen, Gäste wie Einheimischen, nicht wirklich. Oft hat es den Anschein es gibt eine stille Übereinkunft bei solchen Sachen. Ein gutes Beispiel ist das konsequente ignorieren des Handyverbots auf dem Gelände welches anscheinend von allen, egal ob einheimisch oder Gast , Teilnehmer oder Betreuer, missachtet wird, ohne dass jemals groß darüber gesprochen worden ist.
Bei der Arbeitsmoral hingegen waren am Nachmittag erste Unterschiede zu erkennen. Mit der Zeit wurden die Pausen einiger immer länger und länger bis die Arbeit teilweise komplett eingestellt wurde. Denen entgegen standen einige wenige, die bis zum Schluss trotz der großen Hitze durchgehalten haben.
Nach dem Abendessen gingen wir zum gemütlichen Teil des Tages über. Schnell bildeten sich Gruppen die sich hauptsächlich durch das Alter unterschieden. Berührungsängste der Teilnehmer gab dabei kaum. Für mich hielt der Abend noch ein paar Überraschungen bereit. Nachdem ich während des Tages schon diverse Insektenstiche und kleinere Wunden versorgt hatte wurden meine medizinischen Dienste erneut benötigt. Dunkelheit, Glasscherben und Dornenbüsche sind keine gute Kombination. Nach diesen kleinen medizinischen Einsätzen, es war inzwischen kurz nach 24:00 Uhr, hab ich es ins Bett geschafft um schnell und gut einzuschlafen.

R.

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