Das Thari E Ntsho Gelände

MDas riesige Anwesen von Bonty ist sehr beeindruckend. Hier stehen einige größere sowie kleinere Häuser bzw. Häuschen und mit Blech oder Stroh überdachte Holzkonstruktionen. Bontys Haus ist das größte.

Die botswanischen Jugendlichen haben für unser Projekt ein Gelände vorbereitet, auf denen mit Steinen ummauerten erhöhten Plattformen die Zelte für die Teilnehmer*innen errichtet wurden. Einige davon befanden sich noch im Bau, waren aber am zweiten Tag nach unserer Ankunft weitgehend fertiggestellt, denn die intensive Regenzeit, welche im März oder April endet und fehlendes Material (Füllboden), hat zu dem Verzug in der Fertigstellung geführt.
In der Mitte des Zeltbereichs gibt es einen Sitzkreis für die Zusammenkünften der Gruppe. Als Sitze dienen hier zwei aufeinander geschraubte und bemalte Autoreifen, in deren Mitte ein stramm gespanntes Bandgeflecht das Sitzen sehr angenehm macht. Diese bunten Sitze und Sessel, teilweise sogar mit Rückenlehne, finden sich überall auf dem Gelände.
Ein anderer großer Bereich ist die Bühne für verschiedene Vorführungen, insbesondere für die Theater- und Tanzgruppen von Thari E Ntsho.

Die lokalen Jugendlichen haben mehrere, mit einfachen Mitteln voll funktionsfähige nach Geschlechtern getrennte Toiletten und Duschen errichtet. In den Duschen hängen Wassersäcke, die von oben mit temperiertem Wasser befüllt werden können, darunter der Duschkopf. Das Wasser wird separat auf offenem Feuer in einem großen Metallbottich von unten erhitzt und hält die Temperatur aufgrund des warmen Klimas ewig lange. Ist sie zu hoch, wird einfach kaltes Wasser aus dem Tiefbrunnen in die Wassersäcke oder den Bottich hinzu gefügt.
Für die Toiletten wurde ein tiefes Loch gegraben und ein nach unten hin völlig offenes Klosett darüber gestellt. Alles einfach, aber erstaunlich gut funktionierend. Auch in Deutschland gab es diese Plumpsklos lange Zeit. Ich kenne das Prinzip noch von meiner Großmutter, allerdings war der Eimer regelmäßig zu entleeren. Das war nicht angenehm! Die Toiletten hier funktionieren anders: hat das Loch eine bestimmte „Füllhöhe“ erreicht, wird es zugeschüttet und ein neues gegraben und das Klosett versetzt. Was erstaunlich ist, es geht kaum eine Geruchsbelästigung davon aus. Nach jedem Toilettengang wird Asche darüber gestreut, die in einem Camp durch Lagerfeuer reichlich anfällt und die den Geruch trotz der hohen Temperaturen hier sehr gut zu binden scheint. Die Asche ist bei dem anschließenden Kompostierungsprozess hilfreich. Genial einfach, einfach genial!

Es gibt einen großen offenen überdachten Essensbereich mit Metalltischen und aus mit Palettenbrettern selbst gezimmerten und konstruierten Holzbänken. Nicht zu vergessen: es gibt hier reichlich Termiten, die liebend gerne alles Holz zerfressen.
Zur Outdoor-Küche gibt es nicht viel zu sagen. Zum Betrieb des Gasherds gibt es eine große Gasflasche, es gibt ein Waschbecken mit fließendem Wasser.

Das Gelände wird überwiegend mit einfachen Solarlampen beleuchtet, die oft noch am Morgen brennen.
Aus einem der Länge nach mittig halbiertem alten Ölfass wurden zwei große Grills gebaut. Als Grillrost wird ein Kompostierrost benutzt.

Mich beeindruckt die schlichte, aber funktionelle Einfachheit, die Kreativität, die Wiederverwertung von Materialien sehr… es geht also auch anders! Das Camp entspricht damit den Standards der Camps in den Nationalparks.

Torsten

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