Improvisieren als Konzept

Kirsti ist Leiterin der Stadtteilbücherei Kännukuke. Das Gebäude zeigt sich unscheinbar von außen – ein grauer, zweistöckiger Kasten. Im Inneren jedoch wird gelesen, gespielt, gelernt und experimentiert. Kirsti ist verspielt – das hat sie zum Prinzip erhoben.

Der Veranstaltungsraum der Bücherei wird zu verschiedenen Anlässen vermietet. Wie alle Tallinner Büchereien nehmen sie Geld nur für private oder Firmenveranstaltungen und investieren dieses in Neuanschaffungen wie 3D-Drucker oder Möbel. Kostenlose Workshops wie Sprachcafés oder Hobbykurse bleiben von Gebühren befreit.

Improvisation ist hier eine Tugend. Derzeit räumt das Team ein ehemaliges Magazin leer, um ein Fotostudio einzurichten. Diese Umgestaltung von „toten Räumen“, wie man es hier nennt, wird mir auf dem Weg durch die Büchereien noch häufig begegnen. Nächste geplante Anschaffung: ein GreenScreen.

Scratch-Workshop im Innovationslab

Im Innovationslab folgen zehn Kinder konzentriert den Anweisungen einer Mitarbeiterin auf dem Monitor. Sie lernen programmieren mit Hilfe der grafischen Programmiersprache Scratch. Hinter ihnen stehen aufgereiht 3D-Drucker, eine Graviermaschine, Strawbees-Roboter-Sets, eine Transferpresse zum Bedrucken von Textilien und mehr.

Jeder darf die Geräte kostenlos und jederzeit für seine Projekte benutzen. Bezahlt wird einzig für das Material. Voraussetzung sind ein Büchereiausweis und eine kurze Einführung. Diese Qualifikation ist im Benutzerkonto vermerkt.

Jugendecke mit Gaming-Studio

Im Jugendbereich stehen Kicker, Gaming-PCs, Brettspiele und Sofas. Glaswände sorgen für ungestörten Spielespaß im Gaming-Studio.

Kristi erzählt mir, dass sowohl Kinder als auch Teenager die aus einem Laptop, einer Registrierkasse und einem Telefon bestehende Ausleihstation lieben. Obwohl keines der Geräte einwandfrei funktioniert. 🙂

Schon mal Lego-Lotto gespielt? Ein Thema wird vorgegeben (z.B. Halloween) und dann zieht jeder blind Steine aus einem Sack. Fantasie kennt eben wirklich keine Grenzen – das beweist eindrucksvoll die daraus entstandene Ausstellung.

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