Vom Horror des Quengelregals

Nach dem klassizistischen Gebäude der Zentralbücherei der TCL erlebe ich in der Stadtteilbücherei Nurmenuku das architektonische Kontrastprogramm. Das Gebäude ist modern, offen und klar strukturiert. Am Chlorgeruch der Schwimmhalle in der ersten Etage vorbei finde ich in der obersten Etage die Bücherei.

Der Leiterin Gerli ist die Begeisterung für ihre Arbeit deutlich anzumerken. Gerli gewann als Kind ihren ersten Schreibwettbewerb und schreibt nun zu Halloween gemeinsam mit Kindern Horrorgeschichten. Bevor die Kinder den Stift in die Hand nehmen, erarbeiten sie zusammen mit Gerli die Merkmale gruseliger Literatur.

Am Verbuchungstresen verführt ein „Quengelregal“ die kleinen Besucher zum Konsum, aber nicht etwa mit Schokolade, sondern mit Büchern. Die Eltern fragt es: Haben sie auch etwas für ihr Kind dabei?“

Mein …

Zuletzt empfiehlt Gerli mir die Buchreihe Mein , in der estnische Auswander*innen von ihren Erfahrungen im Ausland schreiben – authentisch und bei den Leser*innen sehr populär.

Ave Ungro, zum Beispiel, arbeitete zweieinhalb Jahre in Kolumbien als Dolmetscherin und Projektmanagerin. Sie erzählt von der Hassliebe zum Land, von Kolumbiens Kokainproblem und einer häufig gebrauchten Wendung: „Wenn du nicht in Stimmung bist, dann wechsle den Händler.“ Ein Teil der Erlöse der Buchreihe geht an Stiftungen, die sich in den jeweiligen Ländern engagieren.

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