Tere – Hallo

Kristel Palk sagt in Estnisch: Herzlich Willkommen in Tallinn

Zeitverschiebung, sehr früh, hoch im Norden, dunkel und kalt.

In der Tallinn Central Library (TCL) begrüßen uns herzlich die Direktorin der Büchereien, Kaie Holm, und die Direktorin für den Kundenservice, Kristi Veeber. Unsere zentralen Themen: Personalauswahl und Soziale Netzwerke.

Das Personal, es fällt sofort auf, es kommt aus vielen verschiedenen Berufsgruppen. So arbeiten in den Büchereien neben Bibliothekar*innen auch Anthropologinnen wie Kristel, Literaturwissenschaftler*innen oder Soziolog*innen. Die Direktorin horcht bei den Vorstellungsgesprächen ganz genau hin, welche außerberuflichen Fähigkeiten die Bewerber*innen mitbringen. So können einige singen, schreiben oder spielen Instrumente, sind künstlerisch talentiert, technikaffin, können nähen oder beherrschen mehrere Fremdsprachen. Jede der Mitarbeiterinnen, die ich heute treffe, trägt ein Namensschild mit kleinen Flaggen. Diese symbolisieren die Sprachen, die sie spricht. Es ist ausdrücklich erwünscht, seine persönlichen Talente in die Arbeit einzubringen. Zahlreiche dieser Talente werden in Einführungskursen an die Kund*innen vermittelt: Computer-Kurse, Nähen, Kreatives Schreiben, …

Nicht-Bibliothekar*innen erhalten die Möglichkeit, eine einjährige Ausbildung an der Nationbibliothek Tallinn zu durchlaufen. Diese Weiterbildung ist jedoch freiwillig. Nach Kaie Holm ist es leichter: „To teach people to be a librarian than the other way around.“ Keine falschen Schlussfolgerungen! Bibliothekar*innen bleiben für Büchereien unentbehrlich. Tallinns Büchereien begegnen jedoch dem wachsenden Aufgabenspektrum moderner Büchereien durch Personalvielfalt.

Die Tallinner Büchereien bespielen verschiedene Social-Media-Kanäle durch ihr eigenes Personal. Die 17 Stadtteilbüchereien teilen sich fünf FB-Accounts, vereint nach ihrer Lage in der Stadt. Das stärkt die Zusammenarbeit, minimiert den Informationsverlust und die Posts bleiben authentisch. Eine zentrale Ansprechpartnerin hilft bei Fragen und Problemen weiter, die aber durch die lange Erfahrung kaum noch auftreten. Neben Facebook und Instagram unterhalten sie jeweils einen Blog für Erwachsene und Kinder und erstellen Videos für ihren Youtube-Kanal. Die Verantwortlichen erhalten zu Beginn Schulungen, der Rest ist Übungssache. Kristi Veeber: „Practise is the key.“

Daran nehme ich mir ein Beispiel: Das erste Mal arbeiten mit WordPress 😉 Am Ende funktioniert das dann in der Regel sehr gut, so Kaie Holm.

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